FRANZISKA FIEKE (1988 - 2010)
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Montag, 21.Juni 2010 | 0 GEDANKEN
Der Rabe in unserem Hauch
Du willst sehen, ohne die Pupillen zu schärfen. Du willst hören, und hörst doch nur dich selbst. Was du willst, was du hast, was du liebst. Eine Burg, darum der Graben mit den lüsternen Kampfgarnelen und dazwischen die gemoderten Gräten deiner Existenz. An Entfernen nicht zu denken, du hast sie ja eigenhändig zerquetscht. Empathie der Name deines Deos, gib mir ein Skalpell, ich zeige dir gern wo das Herz sitzt.

Katzensprung, Klagemauer, Beichtgebiet ist hemmungslos. Kühle Verlegenheit, false friends. Was erhält mich, wenn ich mich nicht zu erhalten glaube? Was macht mich wach, den Tag zu begreifen, die Nacht zu ersehnen? Den Tag zu träumen, die Nacht zu bestehen?
Sehnsucht, Glaube, die Hoffnung etwas würde besser, wenn "besser" undefiniert und "etwas" das glanzlose Grab des geverblendeten Erdenirrsinns ist? Der selbsterklärte Tod ist kein Zufall. Natürlich wird etwas glorifiziert, das besser scheint, als das lebend Sein, und natürlich ist das nicht besonders schwierig und so wird danach gestrebt, bis danach nicht mehr gestrebt werden kann. Dafür muss man nicht schwindellos in der Adoleszenz wanken. Dafür muss man auch kein Werther sein. Nur sehend, ach, doch glücklicherweise sind die Augen mehr damit beschäftigt, unsere Libido in Abend zu reiten und unser abgegriffenes Glückszeremoniell zu bespielen.

Das Wesen ist nicht viel mehr als das gespreizte Hirn auf dem Strich: anbidernd und maskiert um seinen Arsch auch Morgen noch in das kapitalhungrige Korsett des Kollektivs zu zwängen. Darf ich mit meinem Paustbackengesicht mal fragen, wohin es Sie führt? Und wohin uns das führen muss? Warum greifen wir dann mit glänzenden Augen danach, als wäre es die pralle Milchbar auf Mamas Schoß?
Reißt die Mäuler, der Rabe fliegt in unserem Hauch.
Freitag, 14.Mai 2010 | 9 GEDANKEN
Freiflug.

Nicht so falsch, mein Herz!, mein Liebling. Das kannst, das willst du nicht. Es erörtert die Beine, lässt sie verstummen und ertauben. Des Welts Herz ein Krüppel.
Ich bin irre, weil ich anklage. Ihr seid irre, so ihr gaffend durch die sezierten Haufen menschlichen Versagens spaziert - auch ohne Beine. Ich stehe vor dem Fenster und sehe den grauen Darm, der sich türmt und bei schönstem Lächeln die perlbemutterten Zähne bleckt. Wollen wir sterben, oder sind wir schon tot? Die Zigarette ausgedrückt und der Kopf schüttelt sich.
Zunächst willst du sie alle retten, wie als Kind in deinen Träumen voll geschminktem Heldenpathos. Dann greifen sie dir ins Hirn, in den Magen, ins Herz und so bleibt das nickende Exemplar vom Serientypus A, Arschlochakte A-G. Herzlichen Glückwunsch, Sie sind angekommen. Nenn mich wie du willst, aber lass mich so sein wie ich bin.
Ich träume diese Träume nicht mehr, und du?

Die heimlich gestaatlichte Vollzeitelite drückt sich den Stempel des Wissens auf und lehrt die Halbpfosten zu Vollpfosten. Ich will dich nicht anlügen, aber wir sind toll, ehrlich. Und wem pflücken wir morgen die Schäfchen vom Himmel? Gib mir den sauren Apfel, ich beiße gerne hinein. Immer wieder bis die Säure sich zum Rückenmark peitscht und mich erblinden lässt, „l'essentiel est invisible pour les yeux“, hein?

Der Stummel braucht vier Sekunden für fünf Stockwerke.
Wie lange bräuchte ich, wenn ich nochmal kurz im ersten gastiere?

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@TommyPower Wie, es regnet Sinn? Es regnet Hirn? Gaia, meine Liebste, dass ich das noch erleben darf.. 26/07/2010 >>
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