| Mittwoch, 03.Februar 2010 | 3 GEDANKEN |
| Der Traum greifbar |
Was erreichbar ist, muss nicht erreichbar bleiben, nur weil die Kartoffel nicht vom Baum fällt. Der Traum greifbar, du lächelst nochmal kurz für's Foto, drehst dich um und rennst gegen die rosé schillernde Wand. Die Rotation tradiert die Erhaltung der Nichterhaltung, übrig bleibt, was an den Seiten schäumt: Behauptete Leichen, gequetschte Herzen, zerschnittene Därme. Enthalpie in Lösungsform, fleischgewordenes Fabrikat panischer Strebsamkeit. Schlagen wir die Beine übereinander, unser Moleskine wartet schon winselnd auf seine Vorstellung. Vorgetäuschte Produktivität bleibt produktive Vortäuschung, was willst du mehr? Irgendwann fallen sie zusammen, die kleinen Gebilde verstandenen Traums. Ein Kartenhaus als Sollbruch. Vielleicht hätte ich erstmal fragen sollen, wie man damit umgeht, ehe ich vor mich hin japse und darauf warte, erschlagen zu werden. Aber der Schritt zurück ein Gang in die gealbte Realität. Dann doch lieber so, die Vision ein Knallgas, wer hat Feuer? Ressourcen? Aktionsplan? Mein Laufrad läuft davon. Ich sitze also auf dem Baum und betrachte das rege Treiben unter mir, sonst hocken hier nur noch die Aussortierten, selectio per animum (wo bleibt die rote Karte?). Striche und Punkte schieben sich unter uns hinweg. Glatzen, Haare, weiß, schwarz, blond und irgendwas dazwischen. Mein Hirn liegt offen, selbstskalpiert. Kein schöner Anblick, deshalb bin ich ja hier und schubse mein Gewächs zum Nachtschatten. |
| Sonntag, 03.Januar 2010 | 0 GEDANKEN |
| Neuwort zum Jahr. |
Also gut, herzlich Willkommen, es geht wieder los. Neues Jahr, Neues Glück. Passt's diesmal? Und wenn es mir egal wäre? Und wenn es mir egal ist? Die Spaziergänge sind toll. Der Schnee bleibt am Stoff meiner Sommerschuhe haften und ich warte, bis die Kälte mir den Narren weckt. Doch mein Blut wie kristallin durch meine Adern gepumpt, kein Wunder, dass das Herz drückt. Letzter Tag, Rückfall. Ein beschissenes Jahr wankt ins nächste [x]. Was wird mitgenommen, was bleibt zurück? Du? Ich? Der Haufen gewälzte ***** auf dem Boden? Will ich, will ich nicht? Nehm' ich dich mit, nehm' ich dich nicht? Du hast dich entschieden. Ich mich auch. Wer kann besser damit leben? Beim Schach stelle ich meine Figuren immer auf die Grenze zwischen Schwarz und Weiß. Die Läufer tänzeln ihren eigenen Takt, der Turm zur Linken die ewige Konstante. Doch die Ballisten scheren sich nicht um Konstanten.. Tränen an der Wange, zurück bleibt die klebrige Ahnung von bitterernstem Gefühl. Mein Kopf zerberstet in der leisen Andacht deiner, und wie der Schnee unter mir knirscht die Verzweiflung. Trockenes Holz ziert das abgetragene Wrack innerer Unruhe. Bin ich so trunken, dass ich jage und doch nichts will? Hingefallen, aufgestanden, Arsch geputzt. Auch Jesus hat geschissen. (Sie hat das böse Wort mit 'J' gesagt!) |