FRANZISKA FIEKE (1988 - 2010)
21367 KAMEN + IMPRESSUM
 hinab
Freitag, 14.Mai 2010
Freiflug.

Nicht so falsch, mein Herz!, mein Liebling. Das kannst, das willst du nicht. Es erörtert die Beine, lässt sie verstummen und ertauben. Des Welts Herz ein Krüppel.
Ich bin irre, weil ich anklage. Ihr seid irre, so ihr gaffend durch die sezierten Haufen menschlichen Versagens spaziert - auch ohne Beine. Ich stehe vor dem Fenster und sehe den grauen Darm, der sich türmt und bei schönstem Lächeln die perlbemutterten Zähne bleckt. Wollen wir sterben, oder sind wir schon tot? Die Zigarette ausgedrückt und der Kopf schüttelt sich.
Zunächst willst du sie alle retten, wie als Kind in deinen Träumen voll geschminktem Heldenpathos. Dann greifen sie dir ins Hirn, in den Magen, ins Herz und so bleibt das nickende Exemplar vom Serientypus A, Arschlochakte A-G. Herzlichen Glückwunsch, Sie sind angekommen. Nenn mich wie du willst, aber lass mich so sein wie ich bin.
Ich träume diese Träume nicht mehr, und du?

Die heimlich gestaatlichte Vollzeitelite drückt sich den Stempel des Wissens auf und lehrt die Halbpfosten zu Vollpfosten. Ich will dich nicht anlügen, aber wir sind toll, ehrlich. Und wem pflücken wir morgen die Schäfchen vom Himmel? Gib mir den sauren Apfel, ich beiße gerne hinein. Immer wieder bis die Säure sich zum Rückenmark peitscht und mich erblinden lässt, „l'essentiel est invisible pour les yeux“, hein?

Der Stummel braucht vier Sekunden für fünf Stockwerke.
Wie lange bräuchte ich, wenn ich nochmal kurz im ersten gastiere?

 
29X am 18.Mai 2010, 11:09
Bin ich irre, weil ich anklage? Oder doch schon arrogant? Macht mich die Anklage nicht zu meinem eigenen Alptraum? Ich kritisiere die, welche mich zum "Vollpfosten" zu mutieren versuchen, sie, mit ihrem selbst aufgedrückten "Stempel des Wissens".
Gedenke, anderen Verständnis für meine Ideen abzugewinnen - ja, eigentlich sie zu überzeugen oder nicht?, vielleicht Bewunderung zu ernten? "So ein kluger Kopf! Schaut ihn euch an. So ein kluger Kopf!"

Woher nehme ich das Recht über die Lebensweise, die Existenzvorstellungen jener Querläufer zu meckern? Was gilt schon meine Meinung? Nicht, weil meine Worte nicht gehört werden, wohl aber weil sie nicht wertvoller sind als die derer, welche ich zu überzeugen beliebe. "He, reicht mir euer Stempelkissen. Da, bei meiner Stirn, nein, nein, weiter vorn, direkt uff'm Brett ist noch eine Stelle frei. Dort, genau. Habt Dank! Nun gehöre ich offiziell zu euch."

Dennoch, ich kann nichts anders. Niemand kann. Ich weigere mich, nicht zu träumen, zu schwelgen, zu hoffen und bei Zeiten zu jammern. Dann halt Kind. Besser als Fäulnis. Ich kann nicht anders, jedoch ist es mehr Müssen als Wollen.

Kitsch-Alarm:
"Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer."


Sehnsucht. Traum. Ohne selbst zu träumen ist's schwer Träume zu wecken, vielleicht noch schwerer sie zu stillen. Viele Veränderungen basieren auf Sehnsüchten. Sind sie erreicht, schwindet diese Sucht; so auch der Antrieb das Erreichte zu bewahren.

Halt sie süchtig. Halte dich süchtig.
77franzi am 20.Mai 2010, 13:31
Macht mich die Anklage nicht zu meinem eigenen Alptraum?

Das weißt du so gut wie ich.

Ich kritisiere die, [...]

Darfst du, musst du.
Aber ist die Kritik Status quo? Bezeugt sie Veränderungen? Ist sie lebendig? Oder ist sie nicht mehr, als das Künstlerherz erübrigen kann in der Hoffnung, jemand mit wirklichem Eifer käme daher? Oder ist die Hoffnung gar, gar niemand käme und verstünde? Denn was wärst dann du in deiner bloßen Kritik?

Was gilt schon meine Meinung? [...] weil sie nicht wertvoller sind als die derer, welche ich zu überzeugen beliebe.

Einspruch.

Sehmannsgarn:
Und was, wenn deine Sehnsucht die Maße erreicht, schon im Kleinen, die den Traum zerplatzen lässt, samt dir, die Eingeweide zerschießt, zerstreut, und den blutenden Dunst über den Boden breitet, jenen, den das Gebälg aufnimmt und blamabel als Kriegsbemalung zur Schau stellt?
Weil du zu jung, oder zu alt, oder doch nur die kleine getretene Ameise in dem großen Haufen zeternden Wahnsinns?

Selbstfindung ahoi.
PS: Ich danke dir. Behalt's für dich.
29X am 21.Mai 2010, 02:18
Das weißt du so gut wie ich.

Tu ich? Und wer sagt, wir wissen das Gleiche? Dein Bauch? Nach meinem Verstande zu urteilen, suhle ich mich sehr wohl in meiner eigenen, tiefroten Arroganz. Weiß aber auch, dass es da keinen Ausweg für gibt. Für gar Niemanden! Gefangen zwischen der Berechenbarkeit meines Verstandes und den Wortbedeutungen, die mich, egal was ich mache, sage, denke, früher oder später in die Ecke der von Arroganz beseelten stellen.

Arrogant! So ein Wort, ein Ausspruch, der, wie viele andere, so leichtfertig von vielen Geistern, Gestrigen, Greisen verwendet wird. Gern schon bei jedweder Kritik, unabhängig ihrer Konstruktivität und Strenge. Nur scheint er nicht so schnell an Bedeutung zu verlieren wie zum Beispel "Ich liebe dich!", nicht wahr? Arrogant kann man mich häufig schimpfen und es behält seine Wirkung, auch wenn nur so daher gesagt. Bei der Liebe ist hier nun alsbald die Sollbruchstelle erreicht und ausreichend malträtiert.

Und mein Herz, nun, nach ihm bin ich nicht mein eigener Alptraum, sondern gar auf dem richtigen Weg. Wie könnte es auch anders sein! Ich frage dich! Sollt ich auf es hören? Ach! Das Herz ist selbstbezogen, auch wenn es gibt, denn es will bekommen. Die Selbstbezogenheit lässt es anfangs, manchmal durchweg, kein guter Ratgeber sein - Eigensabotage liegt ihm nicht.

Was bin ich nun? Gefangen zwischen Meinungen, soviel ist sicher.

Einspruch.

Ja, wo denn? Steht er zwischen den Zeilen geparkt? Wertvoller für einen selbst mag die eigene Meinung ja sein. Vordergründig. Rational, spätestens hintergründig betrachtet, muss doch Jedermann deutlich werden, dass dem nicht so ist. DAS ist doch die Essenz der Toleranz. Oder willst du dich auch gegen die stellen? So sprich! Dann ist dein Blogeintrag widersprüchlich zu deinem Kommentar und du kannst beides im Klo versenken. Und dann, ja dann fiele ein Schleier von meinen Augen, der mich dich nicht nur undeutlich, sondern ganz offensichtlich gar nicht sehen ließ.

Das könnt' ich nicht akzeptieren. Es darf nicht! Dir bleibt nur eins; deinen Einspruch zurücknehmen oder per Konkretisierung retten. Wie auch immer Letzteres gelingen soll. Du musst!

Tja und die Sehnsucht, richtig, die hat gefährliche Begleiter. Jene drängen ab und an in den Fokus. So nimm die Sehnsucht bei der Hand, nähre, kräftige! sie und schon stellt sie sich wieder an die Spitze des Zuges, der Formation aus Wohltat und Greul. Du beschreibst eine Entzugssituation! Darin liegt dein, sein, ihr Fehler. Man hat sich süchtig zu halten!

Sicher, es kommt vor, dass die notwendige Dosis stetig zu steigen beginnt. Dann passe dich an. Kann sie unerreichbar werden? Ich bezweifle es. Wohl eher ist die eigene Faulheit schuld. Diess gefräßige Haustier kostet nicht ohne Grund viel Zeit und Nerven.

PS: Bedanke dich nicht für meine Grütze. Ich danke dir! Deine Gedanken sind stets belebend. Nun, jetzt ist es endlich mal gesagt. Schrecklich ehrlich, nicht? Ach wie peinlich.

Hab Dank!
29X am 21.Mai 2010, 04:40
Bitte korrigiere für mich oben folgendes:
Die Selbstbezogenheit lässt es anfangs, manchmal durchweg, kein guter Ratgeber sein - Eigensabotage liegt ihm nicht.


Darfst du, musst du.

Aber für wen muss ich? Mich selbst? Die Anderen (auf meiner Seite)? Für dich? Weil du mehr als...ja, wieviele eigentlich?...in deiner "Nähe" wissen willst, die irgendwie, mal mehr mal weniger, an deiner Seite stehen und fallen? Dürfen darf ich, müssen sollt ich.

Aber ist die Kritik Status quo? Bezeugt sie Veränderungen? Ist sie lebendig? Oder ist sie nicht mehr, als das Künstlerherz erübrigen kann in der Hoffnung, jemand mit wirklichem Eifer käme daher? Oder ist die Hoffnung gar, gar niemand käme und verstünde? Denn was wärst dann du in deiner bloßen Kritik?

Mit Künstlerherz meinst du hoffentlich dich und nicht mich. Dieser Bezeichnung bin ich nicht würdig, durch nichts! Ansonsten, messerscharf passt gut zu deinen Fragen. Bloßstellend. Wie unhöflich. ich grins dich an du Sau! Was ich wäre...selbstverliebt, in abscheulichem Maße. Gierig nach Anerkennung womöglich.

Und was heißt wirklicher Eifer? Haben wir denn nicht genug derer, die die Fahne tragen und tragen würden? Fehlen uns die Jeanne d'Arcs oder die breite Masse, die folgt, wie es nur die Masse so schön kann? Ist der, der denkt, fühlt, sich interessiert und doch stumm bleibt denn gleichermaßen nutzlos wie jene, die nichts von all dem tun und ihre Verweigerung mi den Worten "Es bringt doch eh nichts!" begründen? Ist diese Masse nicht sehr viel schädlicher? Man muss doch nicht überall kämpfen! Aber breit interessiert sein und hier und da den Fahnenträgern zeigen, dass diese nicht allein sind. Die sich verweigerne Masse könnte mit solch einem Verhalten etwas großes lostreten.
In dieser Gruppe ist auch Kategorie Stammtisch-Dauerkarten-Besitzer enthalten. Viel laut, viel hohl. Nicht an ständiger Selbstkritik, möglicher Selbstneuausrichtung orientiert.

Verzeih mir den Doppelpost. Der noch nicht kommentierte Part fiel mir zu spät auf.
77franzi am 26.Mai 2010, 19:58
Hallo,

Arroganz [...] dass es da keinen Ausweg für gibt. Für gar Niemanden!

Exakt. Für niemanden.

Arrogant! [...] Nur scheint er nicht so schnell an Bedeutung zu verlieren wie zum Beispel "Ich liebe dich!", nicht wahr?

Die Liebe ist mir seit jeher nur ein Thema bei Trunkenheit. Entschuldige. Warum noch urteilen, wenn es nur zum Verurteilen reicht?

[...] DAS ist doch die Essenz der Toleranz. Oder willst du dich auch gegen die stellen?

Warum die Schlinge, wo kein Hals sich fassen lässt? Behalt sie dir für bessere Zeiten.
Wenn ich toleriere, darf ich nicht werten dürfen? Ich höre. Ich sehe. Doch wenn ich äußere, äußert sich das ICH. Unweigerlich versponnen in einer Melange aus Furcht, Geltungswillen, Macht. Auch das sehe und akzeptiere ich.

Betrachtest du es aus dem Externen, hebst du dich herauf zu etwas, das du nicht bist und nicht sein kannst. Ich will dir recht geben, müsste ich, kann ich, denn von außen sind wir nur eine blaue (bald schwarze) Kugel.
Und, hilft's dem Problem im Einzelnen?

Man muss doch nicht überall kämpfen! Aber breit interessiert sein und hier und da den Fahnenträgern zeigen, dass diese nicht allein sind.

Ich habe nur hier und dort Probleme, die Fahnenträger zu sehen.. ganz zu Schweigen von den Fahnen.

Ist diese Masse nicht sehr viel schädlicher? [...] Die sich verweigerne Masse könnte mit solch einem Verhalten etwas großes lostreten.

Gewiss. Das Potenzial der Ignoranz ist groß. Ich würd' auch ungern nur unter einem großen Müllturm stehen.

War das jetzt arrogant?
soul am 27.Mai 2010, 13:13


Hm... F U K - da fehlt ein C.
Fühle mich nun irgendwie legosteinig...
77franzi am 28.Mai 2010, 06:10
Hallo geheimlichte Liebe.
Bitte einmal geblocktes C [CHAOS] für den jungen Mann in soul dort.
Soul am 04.Juni 2010, 10:17
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, die mir zu teil wird. Ich fühle mich geehrt, aber auch ein wenig verschämt mit zornesblasser Schamesröte die sich pigmentfehlgesteuert über meine rosigen Wängchen schwingt.

Womit habe ich Kleingeist sowas überhaupt verdient?

Deutschland gewinnt 3:1 gegen eine andere Mannschaft, endlich geht es wieder aufwärts. Go Lena! Oder so...
29X am 04.Juni 2010, 16:31
Ich mach mal den Ranicki:

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ich grins dich an du Sau!

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@TommyPower man könnte meinen, würde man denken, würde man wollen, das sei so etwas wie eine berufung. doch so ist's einfach nur das ich.. 03/09/2010 >>
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